HD-Version des Virtuellen Dirigenten mit digitalem Notenpult

Das Fachgebiet Telekooperation am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt und die Media Computing Group der RWTH Aachen haben eine HD-Version des so genannten "Virtuellen Dirigenten" (interner Projektname: Personal Orchestra) entwickelt.

Im Wiener Haus der Musik fand der Relaunch mit hervorragendem Presse-Echo statt. Das Vorgänger-Exponat war seit etwa 10 Jahren ein besonderes Highlight im Haus der Musik, einem stark frequentierten Museum. Die Darmstädter und Aachener finden ihren internen Projektnamen "Personal Orchestra" treffender: das System ermöglicht es dem Museumsbesucher, den Platz des Dirigenten einzunehmen und die weltberühmten Wiener Philharmoniker zu dirigieren - die Beteiligung von Computern soll unsichtbar bleiben. Während die Wiener Philharmoniker auf einer Videoleinwand zu sehen sind, kann der Benutzer mit einem elektronischen Taktstock Geschwindigkeit, Lautstärke und die Hervorhebung einzelner Instrumente kontrollieren. Die Veränderung der Abspielgeschwindigkeit einer Audioaufnahme stellt dabei eine große wissenschaftliche und technische Herausforderung dar. Weitere Herausforderungen sind die automatische Erkennung der Dirigiergesten, das User Interface Design, das Verändern der Abspielgeschwindigkeit von HD-Video und die Synchronisierung von Video und Audio. Für das Exponat waren spezielle Aufnahmen mit den Wiener Philharmonikern nötig; besonderen Spaß hatten die Musiker beim Einspielen von "Beschwerde-Szenen": dabei steht ein Mitglied des Orchesters auf und kritisiert den Dirigenten bei schlechter Leistung.

Im Vergleich zur Vorgängerversion wurde die Videoqualität des Exponats immens gesteigert, was sich nicht zuletzt in einer 16-fach gesteigerten Datenrate ausdrückt, die einen 8-Core Mac Pro von Apple an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt. Neben dieser und vielen weiteren Verbesserung enthält das neue Exponat einen neuartigen elektronischen Notenständer, der von TK-Wissenschaftler Hadjakos unter Leitung von Prof. Mühlhäuser entwickelt wurde. Auf diesem E-Notenständer sieht der Dirigentenanwärter die Partitur des Stückes. Um die Orientierung zu erleichtern, wird u.a. mit einer beweglichen Markierung die gerade dirigierte und vom Orchester gespielte Notenspalte angezeigt -- das klingt einfach, für die Umsetzung war aber ausgeklügelte Protokoll- und Softwareentwicklung nötig, um die enge Synchronisierung der angezeigten Noten und Takte mit dem restlichen Exponat zu erreichen. Weiterhin bietet der Notenständer automatisches Umblättern - basierend auf einer eleganten 3D-Animation - und markiert vom Benutzer hervorgehobene Instrumente in der Partitur.

Das alte Exponat hat über 1.5 Millionen Besucher aus aller Welt begeistert. Deshalb war es keine Überraschung, dass die Eröffnung des neuen Exponats am 27. November 2009 von der internationalen Presse und dem österreichischen Fernsehen viel Beachtung fand. Allein in den Abendnachrichten verfolgten ca. 1.5 Millionen Zuschauer die Eröffnung in Gegenwart des Vorstandes der Wiener Philharmoniker, Prof. Hellsberg, dem Direktor des Hauses der Musik, Herrn Posch, sowie Prof. Mühlhäuser und Prof. Borchers, den Leitern des Darmstädter Fachgebietes Telekooperation bzw. der Aachener Media Computing Group.

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